Extremismusprävention in Klasse 9
Im Rahmen der Prävention fanden vorige Woche für alle Neuntklässler Info-Veranstaltungen statt. Katarina aus der 9b hat dazu einen Bericht verfasst.
Unsere Klasse wurde in den ersten beiden Stunden von einem langjährig aktiven Polizisten, der sich mit Extremismus beschäftigt, besucht. Dieser hat uns einen tieferen Einblick in das Thema Extremismus, vor allem dem Rechtsextremismus gegeben. Anders als im Geschichtsunterricht, in dem wir uns momentan mit genau diesem Thema beschäftigen, brachte er es uns jedoch mithilfe von seiner persönlichen Erfahrung damit näher:
Vor ungefähr 30 Jahren, als er noch jung war, hatte der Polizist einen Freund, der in die rechte Szene abgerutscht war. Wie genau das passieren kann und wie man es verhindert, wurde uns dann genauer erklärt. Der Polizist meinte selbst, dass er und seine Freundesgruppe damals nicht richtig gehandelt hatten, sowohl bevor als auch nachdem sein Freund der NS-Ideologie näher gekommen war. Er erklärte, dass sein Freund in seiner Ausbildung gemobbt wurde – alles, was der heutige Polizist jedoch merkte, war, dass der Freund etwas stiller geworden war. In dieser „stillen Phase“ lernte er vermutlich Neo-Nazis kennen, die ihm Zuspruch gaben und ihm die NS-Ideologie vorstellten. Später, nachdem sich der Freund und der Polizist distanziert hatten, beging der Freund eine nationalsozialistisch motivierte Straftat, für die er verhaftet wurde. Durch dieses Ereignis fand der Polizist die Motivation, etwas gegen Extremismus zu unternehmen.
Neben der heutigen NS-Szene haben wir uns auch die grausame Vergangenheit des Nationalsozialismus angeschaut. Uns wurden Bilder aus Konzentrationslagern und Propagandamittel sowohl gezeigt als auch erklärt. Von ausgehungerten Gefangenen bis zu Wänden mit Kratzspuren oder auch menschlichen Laborratten war alles vorzufinden. Die entmenschlichenden Taten von damals wurden uns vor Augen geführt und uns wurde allen noch sehr viel klarer, dass so eine schreckliche Zeit niemals wiederholt werden darf.
Da standen wir vor dem nächsten Thema: Heutzutage gewinnt Extremismus immer mehr Befürworter. Beispiele dafür sind Islamismus, Rechtsextremismus und Linksextremismus. Auch der Rechtsextremismus gewinnt wieder an Popularität – und das nicht nur in Deutschland: In allen Teilen der Welt tauchen nun unterschiedliche Formen, die den „weißen“ Menschen als Idealbild sehen, auf. Zu erkennen ist also, dass, wenn nichts dagegen getan wird, eine Wiederholung der unmenschlichen Taten nicht unmöglich ist.
Da aber, zumindest in Deutschland, möglichst viel getan wird, um extremistische Bewegungen aufzuhalten und die Bevölkerung durch Präventionen oder ähnliche Veranstaltungen aufzuklären, ist zu hoffen, dass so etwas nie wieder passiert.
Die Prävention hat uns verdeutlicht, dass Extremismus und die damit zusammenhängenden Taten unverzeihlich und schrecklich sind. Wir bedanken uns vielmals für den Einblick.